Fachkraft vs Tochter

Dieses Thema ist momentan auch ein Thema, was sehr zu meinen gesamten Gemütszuständen beiträgt. Im August dieses Jahres war es so weit, der erste Urlaub mit der ganzen Familie stand an. Der erste Urlaub, der nicht an die Ostsee geht, der erste Urlaub für meine Eltern seitdem Sie im „Westen“ leben und der erste Urlaub seit seeeehr lange Zeit „im Ausland“. Ich habe mich sehr darauf gefreut, denn auch der erste Urlaub als Familie samt meinem Bruder. Der erste Urlaub seit 3 Jahren als der ganze Covid Wahnsinn losging.

Doch dann kam die Realität!!!!

Um zu verstehen, warum ich manche Sachen so betone oder in „“ setze, muss ich zurück in meine Kindheit. Erst, wenn man seine eigenen Wurzeln versteht, versteht man auch manchmal das System in welchen man lebt. Die Frage ist nur, was mache ich mit dem Wissen? Wie gehe ich damit um?

Geboren bin ich 1985, da stand noch die Mauer. Ich sage immer, davon habe ich nichts mitbekommen, war noch zu klein. Aber, ich muss sagen, weit gefehlt.

Mag sein, dass ich von dem politischen System, den Regeln in der Form nichts bewusst mitbekommen haben, aber meine Eltern, meine Familie. Meine Mutter und mein Bruder sind in diesem System aufgewachsen.

Meine Mutter hat Armut und Frust miterlebt und das an ihre Kinder weitergegeben. Ich würde sagen, mir hat es an nichts gefehlt. Denn für unserer Verhältnisse würde ich sagen, hatten wir alles, was wir brauchen.

Meine Mutter war alleinerziehend (da mein Vater uns früh verlassen hat in zweierlei Hinsicht. Er zog er weg, weil meine Mutter für einen „Säufer“ nichts übrig hatte und zum anderen nahm er sich das Leben) und ich war als Nachzügler dann nochmal mit Ende 30 eine große Herausforderung. Mein Bruder und meine Schwester sind um einiges älter, daher war das schon von Haus aus eine spannende Kombination.

Ich lernte früh zu funktionieren, wertvoll zu sein, wenn man Leistung bringt und nur so überleben zu können. Man lebte mir das Überleben vor, nicht das Leben. Aber woher sollt meine Mutter es besser wissen? Sie wurde auch von einem Leistungsdruck geprägt, einer strengen Mutter und den Umständen und Erfahrungen der Nachkriegszeit.

Wenn ich das so schreibe, und lese, merke ich wie mir die Tränen in die Augen steigen. Das so auszusprechen ist heftig für mich.

Bitte versteht mich nicht falsch, ich gebe meinen Eltern keine Schuld, aber es sind nun mal Tatsachen, die mich und mein Leben prägen. Und komm da mal mit Ende 30 wieder raus, wenn du es nie anders gelernt hast.

Ich muss sagen, ich habe mir durch meine Gestalttherapie viele dieser Themen bewusst gemacht und auch einiges liebevoll annehmen können. Auch konnte ich meine Mutter behutsam auf gewisse Themen ansprechen und sie dafür sensibilisieren.

Man muss dazu sagen, meine Mutter glaub an so einen „Quatsch“ nicht, aber das ist auch nicht schlimm. Sie ist zumindest offener dafür, da sie merkt, dass es mir gut geht.

Ich bin mit 16 ausgezogen und begann mein eigenes Leben. Mein erster „Befreiungsschlag“ aus dem Überlebens-Hamsterrad. Ich machte meine eigenen Erfahrungen und begann mich mit meinen Wurzeln zu beschäftigen.

Nach vielen und langen Gesprächen habe ich meine Eltern dazu gebracht in meine Nähe zu ziehen. Was Sie auch letztes Jahr gemacht haben.

Das ist nicht zu unterschätzen, nach 75 Jahren aus der Heimat zu gehen. Ich bin dankbar für ihr Vertrauen, aber zack bin ich im nächsten Hamsterrad.

Ich glaube, ich reagiere oft so emotional, weil ich ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle habe, dass sie sich entwurzelt fühlen.

Dieses Gefühl ist aber aus meiner Sicht der falsche Antrieb. Ich würde sagen Ihnen geht es um so vieles besser, aber das ist halt nur mein Empfinden, um mir auch meine negativen Gefühle klein zu reden.

Aber ebenso wenig wie man mir meine Gefühle kleinreden kann, kann ich das nicht für meine Eltern.

Wenn Sie nun mal so empfinden, selbst bei allen positiven Veränderungen, dann empfinden Sie nun mal so. Das muss auch ich akzeptieren.

Ich merke sehr oft aus meinen Handlungen heraus, dass ich vieles aus den oben benannten Gefühlen mache, so auch die Idee des Urlaubes.

Ich wollte meinen Eltern unbedingt beweisen, wie viel besser es hier ist.

Wie viel schöner Italien im Vergleich zu Ostsee ist. Ich merke, wenn ich das so schreibe, es ist meine Wahrnehmung. Und ich glaube auch meine Mum hat dem zugestimmt, weil Sie mir einen Gefallen tun wollte. So schließt sich wieder der Kreis.

Mit dem Wissen es wird ihr zu warm sein, und ihm (meinen Stiefvater) zu anstrengend, buchte und plante ich den Urlaub.

Natürlich hat jeder seine Wehwehchen und man kennt ja die Macken des anderen, aber dennoch habe ich ganz fest daran geglaubt, das wird schon.

In der Tat liefen die Vorbereitungen und die Anreise bis auf 7 Stunden mehr Fahrt als geplant ganz gut. Alle waren frohen Mutes und wirkten mal oberflächlich gut gelaunt. Die ersten Strapazen ließen allerdings nicht lange auf sich warten.

Schon bei Ausladen und Ankommen macht sich das Wetter und die lange Fahrt bemerkbar. Sofort griff ich zum Wasser und versuchte alle aufzufangen. Mein Stiefvater schien es nicht gut zugehen. Dann gab er zu, dass er fast 13 Stunden lang nichts getrunken hatte, aus Angst auf Toilette zu müssen. Er selbst empfand seinen Zustand nicht so schlimm, aber ein Blick reichte, um das einzuschätzen.

Nicht umsonst bin ich Fachkraft und schon hier stieß ich auf die ersten Hürden, beratungsresistente Familie und nicht helfende Angehörige.

Natürlich ist es für die andere Seite nicht einfach, Hilfe anzunehmen. Das verstehe ich schon, aber ich will doch nur, dass alle den Urlaub genießen können. Die ersten Tage liefen gut an und alle waren so weit zufrieden.

Ausflüge und Unternehmen wurden Senioren entsprechend geplant, aber die erneute Unzufriedenheit ließ nicht lange auf sich warten.

Es zeigte sich, dass sie doch zu sehr in ihren Verhaltensmustern festgefahren sind.
Was zu Hause gut funktioniert, führte jetzt im Urlaub dazu, dass sie an ihre Grenzen kamen.
Die dabei entstandenen Ängste wurden durch Festhalten an Gewohntem, ‚Was, die haben hier nicht die Margarine xxx‘ oder ‚Die Fernsehsender stimmen ja gar nicht und die sprechen auch nicht immer deutsch‘ bekämpft.
Dazu kam das falsche Einschätzen ihrer körperlichen Fähigkeiten ‚Dass wir so weit laufen müssen, hast du nicht gesagt‘

Unterm Strich hörte ich immer, dass alles Scheiße ist und dass man ja nichts von Italien sehen würde. Ohne dass sie bemerkten, dass es an ihren eigenen Verhalten liegt, dass dieser Zustand so ist.

Und Leute, ich sage euch ganz ehrlich, das kotzt mich so richtig an.

Dass meine Familie das einfach nicht wahrnimmt, selbst, wenn man sie ganz konkret darauf anspricht.

Die restlichen Tage verliefen, wie zu erwarten war, mehr recht als schlecht.

Zum Schluss besuchte uns ein Virus, dessen Namen wir hier nicht nennen möchten, dieser aber dazu führte, dass wir unseren Urlaub frühzeitig beenden mussten.

Wieder in Deutschland angekommen, durfte ich mich um alle Erkrankten kümmern und stellte wieder die Ignoranz und Beratungsresistenz meiner Familie fest.

Man ist ja nur erkältet!!!!

Natürlich waren sie dankbar, aber dennoch fragt keiner danach, wie es mir geht, was auch dazu führt, dass meine Anspannung stieg.

Undiplomatisch habe ich das dann auch meiner Familie mitgeteilt.

Bei meiner Mutter schien ein Umdenken passiert zu sein. Sie zeigt mir nun öfters, dass Sie an mich denkt und fragt auch gezielter nach meinem Wohlbefinden und das nicht nur als Floskel.

Aktuell gab es wieder eine Situation, die mich an meine Grenzen bringt, da es meiner Mutter nicht gut ging und sie auch kurz uns KH musste.

Auch hier ärgert mich wieder sehr ihr Verhalten, dass alles ja nicht so schlimm sei.

Sie hat sich selbst entlassen, und meint auch erst Ende des Monats zum Arzt zu gehen.

Hier bin ich wieder im Spagat zwischen Verständnis und Unverständnis. Zwischen Fachlichkeit und Emotionen. Akzeptanz und Genervtheit.

Der Spagat ist echt heftig. In meinem Arbeitsleben bin ich die professionelle Fachkraft, die Tipps und Ratschläge an pflegende Angehörige weitergibt. Die Angehörige auch auf emotionaler Ebene abholt. Nach Feierabend bin ich dann aber genau wie diese Angehörige, die ich vor wenigen Stunden beraten habe. Und doch steh’ ich gefühlt in einem Wald mit vielen Bäumen.

Hier kann ich mein Titelbild aufgreifen, eigentlich habe ich den Schlüssel in der Hand und ich versuche ich das Problem mit einer Säge zu lösen.

Hier versuche ich folgende Technik:
Ich gehe aus der Situation raus und stelle mir das Szenario vor, mit fremden Personen. Ich frage mich dann, was ich als Fachkraft mir als Angehörigen raten würde. So hilft es mir, meine emotionale Verbundenheit abzulegen und sachlich auf meine Eltern zuzugehen.

Ich stelle auch fest, dass es meiner Familie hilft mich besser zu verstehen.

Dass sich meine Eltern nicht mehr ändern werden, aber ich ihnen sehr wohl mitteilen kann, was ihr Verhalten mit mir macht, mich verletzt ist eine Erkenntnis, die ich gewonnen habe.

Ich bin dankbar für jeden Tag, den ich mit Ihnen habe, lasse zu, dass ich genervt bin und äußere gegenüber ihnen dieses auch.

Ich versuche es auch anzunehmen, dass ich nicht aus falschen „Schuldgefühlen“ à la ‚Sie könnten ja bald nicht mehr da sein‘, alles hinnehme oder alles für sie zu machen, auch wenn es meine Grenzen überschreitet.

Es ist sehr wichtig, grade bei der eigenen Familie die Grenzen klar zu ziehen.

Dies ist nicht immer leicht, das verstehe ich, vielleicht hilft dir bei einer ähnlichen Situation in der du emotional gefangen, bist der, Gedanke weiter

„Was würde ich meiner Freundin, meinem Freund raten?“

Denn:

ICH BIN ES WERT und DU BIST ES WERT.

In diesem Sinne… bleibt immer echt

Eure Tina

Glückshormonfederstaubvieh

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten;)

Wenn Freunde zur Familie werden

Bevor ich mit meinem Betrag starte , entschuldigt bitte, dass ich lange nichts habe von mir hören lassen. Öfters habe ich da gesessen und gedacht: „Mensch du müsstest mal wieder einen Beitrag schreiben“ , aber passiert ist nichts. Wobei nichts kann ich nicht sagen. Das Leben ist passiert, mit allem, was dazugehört. Arbeit – Coronaalltag – Schule – Quarantäne – Eltern und Freunde.

Um letztere geht es heute in meinem Beitrag.

Die Bedeutung von Freundschaft für mich.

Was es heißt eine Freundin zu sein (#Anspruch an mich selbst), was es heißt Freunde zu haben und was den Unterschied für mich ausmacht, einen Freund zu haben oder doch nur einen Bekannten.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Sandkastenliebe mal anderes

Keine Angst, das wird keine schmalzige Lovestory, na ja oder vielleicht doch.

Das dürft Ihr selbst entscheiden.

Ihr habt in einigen Beiträgen schon von meiner „Little SIS“ gelesen. Dieser Mensch ist nach meiner Mutter die wohl wichtigste Person in meinem Leben. Ich würde Sie auf die gleiche Stufe stellen wie meinem Bruder, denn Annegret (Name wurde geändert 🙂 ) ist für mich wie eine Schwester. Sie ist für mich mehr eine Schwester, wie meine biologische Halbschwester je war.

In der Tat haben wir uns im Sandkasten kennengelernt. Auch schon damals, und das ist jetzt genau 28 Jahre her, haben wir nicht immer gleich geteilt oder sagen wir zumindest nicht ganz freiwillig. Nach einer Auseinandersetzung mit Schaufel und Bagger hatten wir festgestellt, wir sind aus dem gleichen Holz geschnitzt und werden noch sehr viel erleben. Hätte uns damals einer das gesagt, wir hätten das nicht geglaubt und gar nicht erst träumen lassen.

Die Jahre vergingen und wir wurden älter. Wir haben uns gemeinsam durch die Kindheit gekämpft, wir haben früh gelernt für uns zu sorgen und dann kam die Pubertät. Annegret und ich lebten uns auseinander. So ist das wohl, es gibt die Coolen und es gibt die „Loser“ und es gibt mich irgendwo dazwischen.

Annegret war aus meiner Sicht definitiv eine von den Coolen, sie war mutig, stark und wild. Sie hatte früh einen Freund, eine eigene Wohnung und einen Piercing und das alles gefühlt vor dem Schulabschluss. Und ich, ich lebte in der Platte einige Kilometer entfernt von Zentrum des Geschehens.

So verging die Zeit und wir waren draußen. Ich zog nach Heidelberg, Annegret blieb in Halle und so verloren wir uns aus den Augen. Sollten wir uns wiedersehen? Vielleicht! Wollte ich Sie wiedersehen? Vielleicht! Solche tiefgreifenden Fragen habe ich mir mit 16 nicht gestellt.

Die Zeit verging und es kamen neuen Menschen in meine Leben. In der Tat Freunde, die doch nur Bekannte blieben und mein Herzensmensch.

Aber was war mit Annegret, wie es Ihr wohl geht? Was wohl aus ihr geworden ist. Ich pflegte während meiner Zeit in Heidelberg eine Brieffreundschaft zu einer Klassenkameradin. Noch so richtig Oldschool, mit Papier und Stift. Sie sagte mir sie habe Annegret getroffen und diese fragte nach mir. Sie hat ihr meine Nummer gegeben. Ja, der Fortschritt kam und ich hatte ein Handy. So kam es, dass ich nach gut 3 Jahren wieder Kontakt zu Annegret hatte. Ein komisches Gefühl und doch war es wie nach Hause kommen. Es war, als sei ich wieder komplett.

Ich habe Sie dann in Halle besucht und wir haben geredet, geredet ……..

Kürzen wir es ab … der Kontakt hielt diesmal. Ich pendelte immer mal wieder zischen Heidelberg und Halle. Ich habe Sie davon überzeugt, wie gut es sich hier leben lässt und da Little SIS schon immer den Drang hatte mehr zu wollen, brach auch Sie ihre Zelte ab und kam in meine Nähe.

Was haben wir nicht alles erlebt! Partys, Männer, Urlaube und Krankheiten. Einer dieser Urlaube war auch ein sehr prägendes Erlebnis, dass unsere Freundschaft stark auf die Probe gestellt hat. Aber auch hier gab es ein Happy End. Unausgesprochene Erwartungen wurden enttäuscht, Schmerzen entstanden und Vertrauen wurde verletzt. Jahre später eine niederschmetternde Diagnose bei ihr, eine Trennung und ein neues Kartenhaus musste gebaut werden.

Heute kann ich auf die Hochs und Tiefs zurückblicken und bin dankbar dafür diesen Menschen in meinem Leben zu haben und blind auf Sie zu vertrauen. All diese Erlebnisse haben mir gezeigt, das Annegret mehr als nur eine beste Freundin ist, sie ist meine Little SIS.

SPOILER– neue Abenteuer sind geplant.;)

Freunde-keine Freunde – doch Freunde?

Ein weiterer wichtiger Mensch in meinem Leben hat mich sehr verletzt. Ich nannte Sie Freundin, ich nannte Sie sehr, sehr gute Freundin, sie hatte den Status beste Freundin gefühlt schon erreicht und doch hat Sie mich auf eine Weise verletzt, die ich bis dahin nicht kannte, noch nie gefühlt habe.

Auch wir haben viel erlebt. Durch unserer Partner lernten wir uns kennen. Mit ihr war das Leben oft so leicht und unkompliziert. Sie holte mich oft aus meiner verkopften Welt.

Vieles wurde auch hier erlebt. Hochzeiten, Kinder, Urlaube, Partys…. und Herzen wurden gebrochen. Genauer gesagt mein Herz, in doppelter Hinsicht. Einmal von meinem damaligen Partner und einmal von Ihr. Nach der Trennung stand sie zu mir, hat mir geholfen, mich getröstet und sie war einfach für mich da. Einige Zeit später offenbarte Sie mir Gefühle, die Sie hatte, einer Person gegenüber, die mir das Herz gebrochen hat. Sie erzählte mir das Sie sich diese Gefühle verboten hat und dennoch waren Sie da. Dieses Wissen und der Schmerz und der Vertrauensbruch führten zu einem Bruch unserer Freundschaft. Auch Sie ließ alles hinter sich, was uns verband, aus Liebe zu einem Menschen, der auch Sie Jahre später verletzen würde.

Ich konnte ihr das nicht verzeihen. Ich konnte es lange Zeit auch nicht verstehen und dennoch habe ich sie oft vermisst. Dieses Gefühl sagte mir, das ist noch nicht vorbei, doch wollte ich das nicht wahrhaben.

3 Jahre später und einer Lernerfahrung später beschloss ich, auf den Rat von Tobias Beck, hin meinen Keller aufzuräumen. Ich machte letztes Jahr einen Schritt auf Sie zu. Eigentliche auf beide, denn sie waren ein Paar. Ich wollte Sachen klären und in Frieden abschließen. Mein EX war nicht bereit, doch dafür aber Sie. Das hat mich sehr gefreut und zugleich war ich sehr aufgeregt.

Ich hörte auf mein Gefühl und schaltet den Kopf aus.

So kam es, dass wir uns aussprachen und langsam wieder annäherten. Es ist eine neue Freundschaft entstanden, ein neues Vertrauen. Es fühlt sich gut an, Sie wieder in meinem Leben zu haben.

Bekannte oder doch Freunde?

In der turbulenten Zeit zwischen 23 und 35 lernte ich viele Menschen kennen. Einige waren Arbeitskollegen, einige die Freunde von anderen, einige kannten jemanden den ich kannte …

Viele sind gegangen und einige sind geblieben. Und die sind wahres Gold. In der Phase meiner Neuausrichtung waren sie immer an meiner Seite. Mal mehr, mal weniger, mal länger, mal kürzer, aber auch noch heute sind sie da.

Einige jedoch entpuppen sich als Bekannte, die ich für Freunde hielt, aber in Krisen zeigten sie ihr wahres Gesicht.

Ich bin dankbar für jeden einzelnen Freund.

Für die gute Freundin aus der Schokoladenfabrik (wie mein Bruder immer sagt) ich würde eher sagen für den Ossi mit dem großen Herz. Sie zeigt ihre Liebe durch Taten und Gesten.

Ich bin dankbar für ihren Freund, der „Dicke“, wie er immer liebevoll genannt wird. Ein Mensch mit dem Herz auf der Zunge und der helfenden Hand am Arm.

Unheimlich dankbar bin ich für meine Schwabencommunity (..) Menschen mit so viel Liebe entpuppen sich doch als Freunde. Hier lag ich mit meiner anfänglichen Einschätzung falsch.

Wobei, so kann man das nicht sagen, aus Bekannten wurden Freunde.

Nicht zu vergessen die Arbeitskollegen … auch hier wurde viel mehr draus. Menschen, die mich nicht kannten, halfen mir durch Krisen. Sowas habe ich auch noch nie erlebt und ich bin Dir sehr dankbar dafür, liebe Alovera (Name geändert), aber mit der Aloverapflanze hatte ich ein prägendes Erlebnis.

Und nicht zu vergessen meine Schwelmerin, auch das eine Freundschaft fürs Leben.

Der Herzensmensch

Das Beste kommt zum Schluss. Ihn lernte ich kennen, da war ich blutjunge 16.

Ich lernte ihn kennen während meiner Ausbildung und heute ist es eine Freundschaft, die schon 20 Jahre andauert.

Mein Mammut war immer mehr als nur ein Freund. Er war „Ziehpapa“, Seelentröster, Kumpel…

Er war und ist immer da. Heute wohnen wir in einer WG zusammen. Hätte mir das einer vor 20 Jahren erzählt … Ich hätte es nicht geglaubt.

Ein Danke beschreibt nicht mal im Ansatz das, was ich sagen könnte, um diesen Menschen würdig zu werden.

Aber ich denke, ich muss nicht viele Worte verwenden. Wir halten zusammen , egal, was passiert.

So ihr Lieben … Ich habe euch in meine Welt mitgenommen. Freunde von Bekannt zu unterscheiden, ist nicht immer so einfach. Ich empfehle dir, hör auf dein Herz, auf dieses Kribbeln im Bauch, auf dieses Gefühl kannst du vertrauen.

Lass dich nicht blenden. Lass dich nicht verletzen. Sollte es doch passieren, ein wahrer Freund verzeiht dir und auch du kannst es, wenn ein Freund zur Familie wird.

Bis ganz bald….

Tina

Hier findet ihr zwei Lieder, die diesen Beitrag begleiten:

Gestern-HEUTE-Morgen

Glücklich sein aber wie?

Um zu verstehen, warum ich so bin wie ich bin, musst ich beginnen zu verstehen, wo meine Wurzeln sind.

Auf dem Weg zur eigenen Familie begann ich den Weg zu mir selbst.

Wie ich in meiner „Biografie“ schon erwähnt habe bin ich als Letztes von 3 Kinder 1985 zur Welt gekommen. Meine Mum war alleinerziehend.

Ich bin ohne Vater groß geworden. Diese Erkenntnis hatte doch schon früh, aber was das bedeutet wusste ich lange nicht. Es war normal.

Ich war Tochter, beste Freundin und aus meiner Sicht vlt. auch ein Stück weit Partnerersatz, zumindest kam ich mir so vor.

Mein Vater hat sich früh entschieden seinen Weg in meinem Leben zu beenden. Ich denke, den damaligen Umständen geschuldet sah er keinen anderen Weg.

Er nahm sich das Leben. An dieser Stelle möchte ich kein Mitleid.

Er hatte seine Gründe, die nur er kennt. Es macht mich jedoch traurig, dass ein junger Mann, meines Wissens damals ca. 32 Jahre alt keinen anderen Ausweg sah.

Ich bin heute 35 Jahre alt, in wenigen Wochen erreiche ich mein 36. Lebensjahr.

Doch vor 3 Jahren war ich an einem Punkt in meinem Leben, wo ich mir bewusst machen musste: Tina, das ist dein Leben.

Aus Gründen des hohen Respektes zu Personen in meiner Geschichte möchte ich nicht allzu viele Details preisgeben, aber ich war an einem Wendepunkt in meinem Leben. Ich wurde mir bewusst, dass ich in dem Alter bin, in dem mein Vater nicht mehr weiter wusste. Ich habe beschlossen weiter zu leben.

Zugegeben, es gab einen Moment in meinem Leben, da war ich mir für eine Millisekunde dessen nicht mehr sicher. Aber ich denke der Sturkopf in mir und der Wille glücklich zu sein ließen keine weiteren Gedanken zu.

Ich war in einer Beziehung, von außen betrachtet war es perfekt. Wir waren jung und genossen das Leben. Die Jahre vergingen, wir wurden erwachsen, wir machen Sachen, die man halt gefühlt von uns erwartet. Doch dabei verloren wir uns. Rückblickend würde ich das so sagen.

Im Januar 2018 war plötzlich alles anders. Ich wurde mit einem Leben konfrontiert, auf das ich nicht vorbereitet war.

Bin eine Romantikerin? Vielleicht. Bin ich naiv? Vielleicht? Bin ich gutmütig? Mit Sicherheit!

Ich erlebte einen Schock. Ich erlebte einen Schmerz, von dem ich nicht geglaubt hätte den zu fühlen. Und nun steht Frau da und versucht wieder zu leben.

Nach Wochen von unzähligen Tränen, zu viel Alkohol , zu wenig Schlaf, Selbstzweifeln, Schuldgefühlen und zu viel Arbeit stoppte mich mein Körper.

Oft fehlte mir in dieser Phase mein Vater. Oft fragte mich, ist das er Grund warum es schiefging? Ich lernte früh selbständig zu sein, Verantwortung zu übernehmen. Ich lernte nicht wirklich wie eine „intakte“ Beziehung funktioniert. Das klassische Bild von Mutter, Vater, Kind hatte ich nicht.

In meiner Zeit in Heidelberg lerne ich einen Menschen kennen (und Insider wissen jetzt genau wen ich meine) der für mich diese Lücke ein Stück weit füllte. Mit freundschaftlichen-väterlichem Rat stand er mir auch hier zu Seite. Ich würde sagen: ein Stück Glück für mich.

Ich begab mich zu Ärzten, Therapeuten und in eine Reha, um wieder den Weg in ein Leben zu finden. Um den Weg zu mir zu finden.

Auf diesen Weg begleiteten mich Menschen, die ich lieben und schätzen lernte. Menschen, den ich dankbar bin das sie damals für mich da waren.

An glücklich sein habe ich da nicht gedacht. Ich fragte mich und frage mich noch immer, spüre ich das, wenn ich glücklich bin? Wie muss sich das anfühlen? Bin ich egoistisch, wenn ich glücklich bin?

Auf dem Weg zu meinem Glück erlebte ich weitere Erfahrungen, die alles in Fragen stellten. Einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben wurde krank. Ich stellte mir wieder die Frage: Kann ich jetzt glücklich sein, während andere Menschen nicht wissen wie es weiter gehen soll? Glaubenssätze und Prägungen ließen dieses nicht zu. Ich spoilere mal 🙂 dieser wichtigen Person geht es wieder gut, die Krankheit wurde besiegt und ein Stück Glück kehrte zurück in mein Leben.

In den letzten Jahren wurde ich so oft mit den Begriff Glück konfrontiert?

Weißt DU, wann Du aus tiefstem Herzen glücklich warst?

So oft hören wir, tu, was dich glücklich macht. Aber wie?

Ein erster Schritt ist, würde ich sagen, jeden Tag dankbar dafür zu sein, dass wir selbständig Luft einatmen können, dass wir die Augen öffnen können, dass wir aufstehen können, dass wir einen neuen Tag erleben dürfen.

Bin ich glücklich? Nein! Geht es mir deswegen schlecht? Nein! Bin ich auf dem Weg zum Glück, definitiv ja. Und ich bin unendlich dankbar für jeden neuen Tag.

Zum Schluss möchte ich euch einen kleinen Auszug aus einem Beitrag einer Freundin zitieren:

Das Leben ist nicht nur Schwarz, Weiß oder Grau – Man muss lernen, die Farben zu sehen, auch wenn sie nicht da sind. Es läuft nicht immer so wie man es sich wünscht. Man kann es dann annehmen oder daran arbeiten, dass es so wird wie man es möchte.

Privat.

Lasst uns gemeinsam jeden Tag ein Stück glücklicher sein.

Ab dem ersten Dezember werde ich in meiner Instagram Story jeden Tag ein Glückstürchen für euch öffnen. Ein Adventskalender der Tina-Art.

Folgt mir gerne 🙂 Einfach auf den Insta-Button drücken und ihr verpasst nix mehr 🙂

Ich freue mich auf euren Besuch…

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